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Grenzseen und die Länder, die sie sich teilen
Ein See kümmert sich nicht um Grenzen. Läuft eine Landesgrenze mitten durchs Wasser, teilen sich plötzlich zwei oder drei Länder denselben See, mit gemeinsamer Fischerei, gemeinsamer Schifffahrt und manchmal einer erstaunlich ungenauen Grenzlinie. Hier sind fünf bekannte Beispiele, die man sich gut merken kann. Weil Wasser sich nicht an Grenzen hält, sind solche Seen oft der Ort, an dem Länder besonders eng zusammenarbeiten müssen.
Genfersee und Bodensee in den Alpen
Der Genfersee ist der größte See der Alpen, rund 580 Quadratkilometer groß und geformt wie eine Mondsichel. Etwa 60 Prozent gehören zur Schweiz, 40 Prozent zu Frankreich, die Rhône fließt an einem Ende hinein und am anderen wieder heraus. Städte wie Genf, Lausanne und Montreux liegen an seinen Ufern. An der tiefsten Stelle misst er über 300 Meter, und in Genf schießt der Springbrunnen Jet d'Eau mehr als hundert Meter in die Höhe.
Der Bodensee verteilt sich sogar auf drei Länder: Deutschland, die Schweiz und Österreich. Kurios ist die Grenze im Hauptbecken, dem Obersee, denn sie wurde nie offiziell festgelegt. Die Schweiz sieht sie in der Seemitte, Österreich betrachtet das Wasser als gemeinsamen Besitz aller Anrainer, Deutschland legt sich nicht fest. Ein Stück Europa ohne klare Grenze, ganz ohne Streit. Durch den Bodensee fließt der Rhein, und aus dem See beziehen Millionen Menschen ihr Trinkwasser.
Die Großen Seen in Nordamerika
Die fünf Großen Seen, der Obere See, der Michigansee, der Huronsee, der Eriesee und der Ontariosee, bilden zusammen die größte Süßwasserfläche der Erde und halten mehr als ein Fünftel des Süßwassers an der Erdoberfläche. Vier von ihnen liegen auf der Grenze zwischen den USA und Kanada. Nur der Michigansee liegt ganz in den USA und ist damit, gemessen an der Fläche, der größte See innerhalb eines einzigen Landes.
Verbunden sind die fünf Seen durch Flüsse und Kanäle bis hinaus zum Atlantik. Über den Sankt-Lorenz-Strom fahren Frachter vom offenen Meer bis weit ins Landesinnere. Zwischen dem Eriesee und dem Ontariosee stürzt das Wasser über die Niagarafälle, die ebenfalls auf der Grenze zwischen den USA und Kanada liegen.
Titicaca und Victoria
Der Titicacasee liegt auf rund 3.810 Metern in den Anden und ist der höchstgelegene See der Welt, auf dem große Schiffe fahren. Die Grenze teilt ihn zwischen Peru im Westen und Bolivien im Osten. Mit rund 8.300 Quadratkilometern ist er einer der größten Seen Südamerikas. Auf dem See leben die Uro auf schwimmenden Inseln, die sie aus Schilf flechten.
Der Victoriasee ist der größte See Afrikas und nach dem Oberen See der zweitgrößte Süßwassersee der Welt nach Fläche. Er verteilt sich auf drei Länder: Tansania hält etwa die Hälfte, Uganda knapp die Hälfte, Kenia den kleinen Rest. Aus ihm speist sich der Weiße Nil. Benannt ist er nach der britischen Königin Victoria.
Die Grenzseen auf einen Blick
Fünf Seen, geteilt von zwei oder drei Ländern:
- Genfersee: Schweiz und Frankreich, größter See der Alpen.
- Bodensee: Deutschland, Schweiz und Österreich, mit nie festgelegter Grenze im Hauptbecken.
- Große Seen: USA und Kanada, vier davon auf der Grenze, der Michigansee ganz in den USA.
- Titicacasee: Peru und Bolivien, höchster schiffbarer See der Welt.
- Victoriasee: Tansania, Uganda und Kenia, größter See Afrikas.
Warum das im Quiz nützlich ist
Grenzseen sind kleine Eselsbrücken. Wer weiß, dass der Bodensee an drei Länder grenzt, hat gleich drei Nachbarn im Kopf. Der Titicacasee verrät die Grenze zwischen Peru und Bolivien, der Victoriasee die Nachbarschaft von Tansania, Uganda und Kenia. Ein See in der Mitte einer Karte ist oft der schnellste Weg, sich die umliegenden Länder einzuprägen. Das klappt auch mit Flüssen und Gebirgen, aber Seen sind besonders dankbar, weil sie auf der Karte sofort ins Auge fallen.
In CountryRush helfen solche Anker beim Zuordnen von Umrissen und Nachbarn. Der Daily Trip nimmt dich mal an einen Alpensee, mal an ein Gewässer in Ostafrika oder den Anden.