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Wie viele Kontinente gibt es wirklich?

Wie viele Kontinente gibt es? Die meisten antworten ohne Zögern, und genau das ist das Problem: Die Antwort hängt davon ab, wo man zur Schule gegangen ist. Sieben, sechs oder fünf, alle Modelle existieren nebeneinander und meinen ungefähr dasselbe. Ein Kontinent ist eben keine naturgesetzlich festgelegte Einheit, sondern eine grobe Einteilung großer Landmassen, und wo man die Trennlinien zieht, ist Auslegungssache.

Das Sieben-Kontinente-Modell

In den meisten englischsprachigen Ländern lernt man sieben Kontinente: Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktis, Europa und Australien beziehungsweise Ozeanien. Es ist das international wohl bekannteste Modell und das, das man in vielen Quizfragen voraussetzt. Auch in Deutschland und Österreich ist die Sieben gängig, weshalb viele überrascht sind, dass es überhaupt eine Debatte gibt. Asien ist dabei mit Abstand der größte Kontinent, die Antarktis der kälteste und am dünnsten besiedelte.

Die Sechs-Kontinente-Modelle

In großen Teilen Europas und Lateinamerikas zählt man dagegen sechs. Es gibt zwei Varianten, die sich darin unterscheiden, was zusammengefasst wird:

  • Eurasien: Europa und Asien werden als ein Kontinent gesehen, weil sie geologisch zusammenhängen.
  • Amerika: Nord- und Südamerika werden zu einem einzigen Kontinent verbunden, verbreitet im spanischsprachigen Raum.

Fünf Kontinente und die Olympia-Ringe

Das Fünf-Kontinente-Modell zählt nur die bewohnten Erdteile und fasst zugleich Europa mit Asien sowie die beiden Amerikas zusammen. Übrig bleiben Afrika, Amerika, Asien, Europa und Ozeanien. Genau diese Idee steckt hinter den fünf olympischen Ringen, die die bewohnten Kontinente symbolisieren. Die Antarktis fällt hier heraus, weil dort niemand dauerhaft lebt. Eine politische Wertung ist damit nicht gemeint, es geht schlicht um eine sportliche Zählweise.

Zealandia, der versunkene Sonderfall

Und dann gibt es noch eine geologische Kuriosität: Zealandia, oft als achter Kontinent bezeichnet. Die Region um Neuseeland und Neukaledonien sitzt auf einer eigenen Kruste, die rund 94 Prozent unter Wasser liegt. Geologisch erfüllt sie viele Kriterien eines Kontinents: eigene, deutlich abgegrenzte Kruste, eine Erhebung über dem umgebenden Meeresboden und klare Ränder. Eine geografische Behörde hat sie aber bisher nicht offiziell als achten Kontinent aufgenommen. Sie zeigt vor allem eines: Kontinent ist kein Begriff mit harter Grenze, sondern eine Frage der Definition.

Warum es von der Schule abhängt

Welches Modell man für selbstverständlich hält, ist fast reine Gewohnheit aus dem Erdkundeunterricht. In den USA und Großbritannien sind sieben Kontinente die Norm, in Russland und Teilen Osteuropas wird Eurasien als einer gezählt, in Spanien und Lateinamerika gilt oft Amerika als ein einziger Kontinent. Keines dieser Modelle ist falsch, sie setzen nur die Grenzen anders. Genau deshalb geraten Menschen ins Diskutieren, wenn die Frage fällt: Sie reden mit unterschiedlichen Landkarten im Kopf und merken es erst spät.

Im Grunde gibt es also keine einzig richtige Zahl, nur unterschiedliche Konventionen. In CountryRush geht es ohnehin um die Ebene darunter: einzelne Länder, ihre Umrisse und Flaggen. Egal welches Kontinent-Modell du gelernt hast, der Daily Trip nimmt dich quer über den ganzen Globus mit.